Parodontitis – Eine unterschätzte Volkskrankheit
Parodontitis (früher auch Parodontose genannt) ist eine chronische Entzündung des Zahnhalteapparates, die unbehandelt in der Regel zum Zahnverlust führt. Sie zählt zu den häufigsten Erkrankungen im Mundraum und betrifft laut Studien ca. 40% der Erwachsenen – meistens ohne, dass die Betroffenen es wissen. Die meisten Betroffenen erkranken im Alter von ca. 35 Jahren. Unbehandelt führt die Parodontitis zum Verlust der Zähne.
Die Hauptursache von Parodontitis sind bakterieller Zahnbelag (Plaque) und Zahnstein, die sich bei unzureichender Mundhygiene bilden. Die darin enthaltenen Bakterien lösen zunächst eine oberflächliche Entzündung am Zahnfleischrand (Gingivitis) aus. Bleibt diese unbehandelt, kann sich die Entzündung auf das tiefer liegende Gewebe ausbreiten, es entsteht eine Zahnfleischtasche – und somit eine Parodontitis.
Ursachen und Risikofaktoren der Parodontitis
- Schlechte Mundhygiene
- Rauchen
- Diabetes
- Stress
- Genetische Veranlagung
- Hormonelle Veränderungen (z. B. Schwangerschaft)
- Ungesunde Ernährung
Symptome
Parodontitis entwickelt sich meist schleichend und bleibt sehr lange schmerzfrei. Typische Anzeichen sind:
- Zahnfleischbluten beim Zähneputzen
- Rötung und Schwellung des Zahnfleisches
- Mundgeruch
- Zahnfleischrückgang, ( Zähne wirken »länger», dunkle Zahnzwischenräume)
- Erhöhte Zahnbeweglichkeit
- Empfindliche Zahnhälse
Folgen
Ohne Behandlung führt die Parodontitis zu Zahnverlust. Mit dem Zahnverlust geht Lebensqualität verloren. Essen, Sprechen, Singen und Lachen fallen Betroffenen deutlich schwerer, ausserdem wirkt sich die Parodontitis negativ auf Ihr Aussehen aus, da sich das Zahnfleisch immer weiter zurückzieht und die Zahnstellung sich verschiebt.
An Parodontitis erkrankte Patienten haben laut Studien ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und Frühgeburten.
Therapie
Die Therapie zielt darauf ab, die Bakterienzahl auf den Zahnoberflächen drastisch zu minimieren, damit sich die Entzündung in dem von Bakterien infizierten Gewebe zurückbildet und die Parodontitis somit auch abheilen kann. Dies geschieht durch:
- Eine professionelle Zahnreinigung idealerweise beim Fachzahnarzt für Parodontologie, indem Plaque und Zahnstein aus den Zahnfleischtaschen und Zahnfleischrand entfernt werden
- eventuelle Antibiotikagabe nach der professionellen Zahnreinigung
- Eine optimale häusliche Mundhygiene, damit sich die bakteriellen Beläge nicht mehr Anlagern können
- Eine Nachkontrolle 2-3 Monate nach Beginn der Therapie
- Chirurgische Therapie in schweren Fällen
- Eine professionelle Langzeitbetreuung
Eventuelle Nebenwirkungen nach Behandlung der Parodontitis
Mögliche Nebenwirkungen einer Zahnfleischbehandlung sind das Entstehen offener Zahnzwischenräume, freiliegende Zahnhälse (Gingiva Rezessionen) und die temporäre Empfindlichkeit einzelner Zähne.
Vorbeugung
- Gute Mundhygiene, dazu gehören auch die Reinigung der Zahnzwischenräume mit Interdentalbürsten oder Zahnseide, sowie auch die Reinigung der Zunge mit einem Zungenschaber
- Rauchstopp
- Gesunde Ernährung
- Regelmässige Kontrollen beim Zahnarzt mit Zahnreinigung, mind. 1x jährlich